Dienstag, 9. September 2014

Tag 10 – eine Vulkankraterseefahrt, die ist lustig, eine Vulkankraterseefahrt, die ist schön...

Erster und wichtiger Tagespunkt: Ausschlafen! Durch die lange Fahrt und die Grenzüberquerung waren wir extrem fertig und waren abends mal wieder ziemlich tot ins Bett gefallen. Morgens um 6 war deshalb der einzige Grund,um aufzustehen, zu gucken, ob die Badehäuschen auch Toiletten hatten... hatten sie. Um die Uhrzeit waren nicht nur die Kätzchen aktiv, sondern auch eine Menge Vögel, die eine Menge Lärm machten. Frei nach Horst Evers: Man könnte hier so schön schlafen, wenn nur diese Vögel nicht wären, die machen einen Lärm. Werd mal zum Fenster gehen, mal für Ruhe sorgen hier: „Hört mal auf da mit dem Krach da draußen, es gibt Leute hier, die arbeiten wollen! Und mich störts auch!“ Leider konnte ich die Störenfriede nicht mal sehen! Egal, kurz mit den Kätzchen spielen und wieder hinlegen. So einfach ist das Schlafen in warmen Ländern freilich nicht. Es sind viele Leute früh wach und die Tiere und beide Gruppen machen Krach. Zudem kommt noch die Wärme und dass die meisten Räume gerade so über einen Ventilator verfügten und dank der zugigen Bauweise eine Klimaanlage meist unvorteilhafte Stromverschwendung gewesen wäre. Wobei man da ja auch nur krank wird von, böse Klimaanlage! Wir starteten den Tag am frühen Vormittag mit einem „Paradiso especial“, einem sehr leckeren Teller voller toller Sachen: Pancakes, Ahornsirup, Früchte, Joghurt, Spiegeleier, Schinken und ein frisch gemachter Früchtesmoothie für je 3 $ pro Person... nom nom nom!

Guuuut wie weiter? Hmm bei dem Wetter? Baden uuund Kayak fahren. Also alles zusammenpacken, in den geschenkten wasserdichten Globetrotterbeutel packen und auf geht’s. Mal gucken, ob wir uns einigen können, meine Vermutung war ja, dass wir kentern!

 
Aber wir schafften es eigentlich ganz gut und hangelten uns von einer Palmhütte zur nächsten, mampften Kekse und Bananen und machten einfach mal … Urlaub ohne Stress, nur rumhängen. Dabei wurden wir allerdings von ein paar Hörnchen misstrauisch beobachtet. 

 
Nachdem wir noch ein paar Fischlein beobachtet hatten wie sie versuchten Kekskrümel zu schnabulieren, paddelten wir zurück (natürlich nicht ohne dabei nass zu werden) und gingen anschließend noch baden, um auch mal von der Badeplattform gesprungen zu sein.

Abends gab es dann einen super leckeren Burger für mich und Chicken Fajita für den Herrn + Smoothies versteht sich, haaaach Backpacker sein ist doch schön! :)


P.S. Benni versucht übrigens(bisher vergebens) einen Gecko zu fangen, aber die sind einfach zu schnell :P!


Montag, 8. September 2014

Tag 9 Viva Nicaragua oder auch: Wie 3 Deutsche, 2 Schweizer und eine Australierin versuchen die Grenze zu überqueren!

Morgens holt uns der Taxifahrer, der uns schon zu den Quellen gefahren hat, ab und bringt uns 2 Dörfer weiter, von wo aus wir den Bus nehmen sollen, der wieder einmal an irgendeiner Ecke ohne Bushaltestelle abfahren soll. Na mal sehen! Wir zahlen 10 $ und harren aus. Wann der Bus kommt? Hmmm...baaaald! Pura vida sag ich nur! Auf uns zu kommen dann 4 Rucksackbepackte Touristen, die zuvor an der Bushaltestelle saßen, Benni will wetten, dass mindestens ein Deutscher dabei ist. Ich tippe allein von der Optik auf eine Engländerin, eine Inderin und ein deutsches Pärchen. So schlecht war ich gar nicht, nur eben auch nicht ganz richtig. Das Pärchen kam aus der Schweiz, die Inderin aus Wiesbaden und die Engänderin aus Melbourne, Australien. Tschaka! Nun gut, die Australierin machte eine Weltreise (9 Monate unterwegs), die Wiesbadenerin versuchte in in 6 Monaten den gesamten Amerikanischen (Süd- Mittel – und Nordamerika) Raum abzuklappern und die Schweizer kamen aus Panama und wollten bis nach Yucatan... ufff und wir fühlten uns schon mutig, dass wir drei Länder in 5 Wochen durchqueren wollten. Während wir auf den Bus warteten, der baaaaald kommen und uns zur Grenze fahren sollte, unterhielten wir uns und wurden von einem kleinen, etwas räudigem Hund bewacht, der jedes vorbeifahrende Auto anbellte. Der Busfaher lud unsere Rucksäcke ein und bekam von jedem umgerechnet ca. 4 $ (für uns also 8, immer schön mitrechnen, das wird heute ein teurer Spaß!), damit er uns sicher zur Grenze fuhr. An der Grenze wurden wir in der Gruppe erst einmal von vielen Menschen Popstarartig umringt, die alle etwas von uns wollten, der eine wollte uns den Weg zeigen, der nächste, dass wir bei ihm zu einem unverschämtzen Kurs umtauschen und der nächsten sagte einfach nur laut „Si, si!“ und zeigte in irgendeine Richtung. Dazu kam noch der Ausdruck „Chico, Taxi?“, den wir in nächster Zeit noch öfter hören sollten und der in mir den Wunsch hegte den Satz „Neeeeein ich will nicht Taxi fahren, geh mir nicht auf den … Keks!“ auf Spanisch zu können. Wer mir den mal übersetzen und schicken möchte, dem wäre ich sehr dankbar ;). Die Leute waren schon unangenehm aufdringlich und jetzt begann für uns der„Bezahl- damit- du – ausreisen – und – wieder – einreisen – darfst“ - Marathon.
Erst durften wir Ausreisegebühr bezahlen (8 $ pro Person inklusive Ausweis zeigen und dann auf der Rechnung, die man natürlich erst nach dem Bezahlen bekommt, feststellen, dass da nur 7 $ draufsteht und der eine Dollar quasi offizielles Schmiergeld ist), dann ein Formular ausfüllen in der klimatisierten Ausreisebotschaft, dann Stempel, dann ein ganz schönes Stückchen zu Fuß durchs quasi Niemandsland bis man an eine kleine Hütte kommt, Ausweis zeigen, muchas gracias, raus aus Costa Rica, 3 m laufen, rein in ein Zelt (an dem sagenhaften offiziellen Grenzstein, der gigantische 80 cm maß und auf dem Nicaragua stand, sind wir zunächst ignorant vorbeigeastet) Ausweis zeigen, muchas gracias, rein in Nicaragua. 
 
Danach wollte uns ein Typ unbedingt den Weg an den ganzen Trucks (die Einfuhrschlange der Trucks ist übrigens ewig lang, mehrere Kilometer) zum Meldeamt von Nicaragua inklusive Busbahnhof zeigen. Gut, lass ihn! Dort musste man erst einmal einen Dollar zahlen (warum weiß kein Mensch!!) und dann wieder ein Formular ausfüllen,dann nochmals 12 $ pro Person, muchas gracias, bienvenidos a Nicaragua, jaja! Da bei uns alle in andere Richtungen wollten, lohnte sich kein Gemeinschaftstaxi und wir ließen uns von dem Mann, der uns wie ein Schatten begleitet hatte, zu einem Bus, der „directo“ nach Granada ging, begleitet und zahlten wieder 15 $ (wovon der Typ vom Busfahrer Provision kassierte) – man was sind wir doch blöd. Wir hätten wahrscheinlich auf einen Ticobus warten können, aber das las ich leider erst danach im von Heike geborgten Reiseführer Costa Rica & Süd- Nicaragua. Der Bus war ein Reisebus, klimatisiert, breite Schlafsitze, Fernseher und Toilette... was sind wir doch für Backpacker. Benni schlief sofort ein und verpasste so die tolle spanische Version von „Noah“, wobei hier wirklich mal der Vorteil war, dass man sie nicht verstand. Wir waren auch sehr schnell da, ließen uns von dem Busfahrer allerdings den falschen Tipp geben: Taxi und dazu kam noch, dass Benni die Anfahrtsinstruktion des Hostels nicht richtig gelesen hatte. All das (da das Hostel nicht in Granada lag) führte zu dem folgenden Unglück. Zwar hatte Benni ihn auf 15 $ runtergehandelt für eine große Strecke, ihm jedoch wegen einer ungenauen Karte den falschen Punkt genannt, sodass wir plötzlich zur Hälfte um den See rum waren, aber an der falschen Stelle. Wir hätten eigentlich anders herum fahren müssen, da der Weg (der einzige!!), der zum Hostel am Vulkankatersee führte, von Granada aus wesentlich kürzer zu erreichen gewesen wäre. So fuhren wir eine dreiviertel Runde und mussten am Ende mit dem Fahrer diskutieren, um ihn von 35 auf 30 $ runterzuhandeln. Sooo hat wer mitgerechnet wie viel wir heute gezahlt haben? Egaaaaaal! Uns war in dem Moment eher wichtig endlich da zu sein. Wir wurden dafür auch ordentlich belohnt. Das Hostel war genial, wunderschön gelegen am Vulkankratersee, wobei das Grundstück in mehreren Terrassen zum Wasser hin verlief.
Die Hostelleute waren sehr nett und entschuldigten sich auch für die Bauarbeiten, da der Pizzaofenbereich ausgebaut (dort deckten sie auch die Dächer mit Palmwedeln) und noch ein weiterer „Bathroom“- Komplex fertigestellt wurde. Unser Zimmer lag direkt an der Restaurantterasse zusammen mit der Rezeption. Man hatte einen wunderschönen Ausblick und es gab Katzenbabies :))))))!

 
Im unteren Bereich gab es Tischtennisplatten, die Bar, einen hübsch angelegten Außenbereich, Hängematten, Liegestühle, Bouleplätze, einen Volleyballplatz, die Kayaks (die man sich kostenlos ausleihen konnte), Surfbretter,Hängematten etc. Nach einer dringend notwendigen Dusche sahen wir uns das Gelände an, setzten uns kurz an den Strand und überlegten was wir zum Abendessen bestellen sollten.
Zwar hatten wir auch die üblichen Studenten- Backpacker- Nudeln, aber Benni meinte wir hätten uns ein Steak verdient, was er zum Abendbrot auch bestellte, die Smoothies dazu waren unglaublich lecker und mein Mangohühnchen auch klasse! Buenas noches allesamt!



Tag 8- I don't feel like... hiking!

Das ist...
...unser...
.. 5 - Sterne Hostel!

  Da Benni wieder besser drauf war und beim Frühstück wieder normal aß, beschlossen wir uns der ulkigen Gruppe von gestern wieder anzuschließen, um den Vulkan zu erklimmen (da ich ja so wanderfreudig war!^^). 
Dazu musste man allerdings erst einmal ein ganzes Stück mit dem Taxi fahren, dann eine Gebühr bezahlen (unterschreiben und eine Notfall – Mailadresse hinterlassen) und dann musste ich mir noch sagen lassen (da ich im Monteverde – Park vor Hitze meine Schuhe fast von mir geschleudert hätte, hatte ich mich diesmal für die Trekkingsandalen entschieden), dass man mich nur ausnahmsweise mit meinen Trekkingsandalen reinließ. Ha! Der wird schon sehen, ich hab den Angels Landing ohne Außenbegrenzung überlebt, da werd ich auch auf den Vulkan raufkommen haha! Und die 10$ pro Person waren eh schon bezahlt, da konnte man die jetzt genausogut auch abwandern. Das erste Stück war wirklich steil, aber okay. Es führte an Kuhweiden vorbei (die uns ansahen als wären wir bekloppt hier aus Spaß raufzuklettern und nicht weil wir nach dem besten Gras suchten) und an Bäumen, an denen kleine blaue Zikaden Geräusche von sich gaben, die klangen – ungelogen – wie kleine Kreissägen!!! Ich habs aufgenommen!
Schon am ersten Halt hatten wir einen schönen Ausblick über die Umgebung und Chris stiftete die Gruppe zum „Stretching“ an... jaaaa auch davon gibt es Fotos :P.


Dann folgte schöne Botanik zur Linken, oohhh noch schönere auf der anderen Seite, ich verhielt mich da gemäß Horst Evers: Wenn da Landschaft ist, muss man auch kurz stehenbleiben und gucken, sonst fühlt die sich ja vernachlässigt, wenn man da so durchrennt! Also echt! Hetzt mich nicht!

 Nachdem ich das letzte Mal vor Hitze fast vergangen bin, dachte ich diesmal kurze Sachen..das weiße Top war ne Scheißidee!

Aber der witzigste Part kam noch. Jetzt wurde es richtig steil mit improvisierten Baumwurzelstufen, bei denen man auch noch die Beine richtig anheben mussten, genau mein Sport jucheeee! Benni versuchte mich auf der einen Seite aufzumuntern, auf der anderen amüsierte er sich auch königlich darüber, dass ich mit zunehmender Zeit grantiger wurde... aber das darf man mir nicht übelnehmen, ich hab auch damals zum Blaubeerensammeln im heimatlichen Wald immer einen kleinen Hocker mit mir rumgeschleppt! Wenn ich mich hinsetze, dann aber auch richtig! Hier musste ich mich damit begnügen mich über die doofen Wurzeln zu beklagen und ob der Mist hier nicht mal irgendwann ein Ende hat, hatte er! Irgendwann (als uns drei Tarzanartige Kerle entgegenhüpften und meinten, es wäre „nur noch“ eine Stunde) jaaa daaaa sank meine Laune erst so richtig in den Keller... aaaber wir hatten Schokolade im Rucksack, hahaaaaa! Die gabs aber erst oben... mist!
Irgendwann erreichten auch wir das Ende der Baumtreppe (ich war ja fest davon ausgegangen, dass mich irgendein deutscher Rentner in atmungsaktiver Wanderkleidung und Krückstock noch pfeifend überholt!), ich konnte es kaum fassen, aaach lass den Ausblick Ausblick sein, her mit der Schoki! Nach einigem „Ohhhhs“ und „Ahhhs“ und den obligatorischen Fotos wurden die Augen aller Deutschen um uns groß, als wir meinten wir hätten Rittersport dabei, jahaaa Mama und Papas zur Trekkingschokolade auserkorene traf überall auf positive Resonanz!
 

Aber uns war noch nicht bewusst, was uns jetzt blühte! Der Abstieg zur Lagune war so steil, das grenzte echt an Klettern, noch dazu rutschig, sodass man viele Stufen und wurzelige Schwellen nur zu zweit überwinden konnte. An einer Stelle wurde es bald echt gefährlich, sodass Benni da ein paar Stufen reingraben musste und einen Ast querlegte. Dadurch konnte man da jetzt besser runter bzw überhaupt!
Unten angekommen stand der kleine Strand fast voll mit Menschen, denen das Wasser entweder zu kalt war, die bereits schwimmen waren, die generell nicht in stehenden Gewässern schwammen (Chris, der übrigens zu den Männern gehörte, die eine Ähnlichkeit mit Jesus aufweisen) oder die die Fische beobachteten, welche, wenn man lange genug stehen blieb, anfingen an den Käsefüßen zu rumzumumpfeln. Das Baden war schön, nur wenn man sich danach umdrehte stand man vor dem Abenteuer des Wiederaufstiegs.
 
Jucheeee! Aber es ging besser als runter. Sorum konnte man sich besser an Wurzeln etc. festhalten, um dann sogar mit weniger Schlammkontakt als runter, wieder oben anzukommen. Erleichtert nicht in einem Schlammloch stecken geblieben zu sein, standen wir oben und wollten uns schon beglückwünschen, als es plötzlich anfing aus Eimern zu schütten. Jaja jetzt macht hier mal nicht einen auf „rain season“ haha sehr witzig und jetzt durch den Schlamm runter... na toll! Einfacher wäre eine Rutsche gewesen, auf der man hätte herunterrutschen können, pustekuchen... na gut, dann halt zu Fuß! In Regenjacke mit dem Wasser bis zu den Knöcheln rutschten wir Stück für Stück den Berg herunter.. als wir unten waren hatte es fast aufgehört, das ist hier aber auch...! Chris behauptete dann auch noch kackfrech (er war bisher immer vorgerannt) er hätten 2 Tucane gesehen, ja siiiicher! Man kann viel sehen mit Regen auf der Brille! Eigentlich wollten wir noch zu dem überall angepriesenen Wasserfall, aber erstens sollte der nach dem Regen eher schlammig sein und zweitens wären wir da wieder mit 10$ dabei gewesen und da haben auch wir unsere Grenzen! Also zu 7 in ein 5er Taxi (no problema – pura vida!) und zurück das Stück bis ins Hostel! Erstmal duschen und ausruhen, so schnell kriegen mich keine 10 Pferde wieder auf so nen Vulkan.

Abends gings dann noch mal auf in das Soda, diesmal hatten wir für Chris (der sich ja immer wieder beschwerte es wären zu viele Deutsche da) noch einen Amerikaner aus unserem Zimmer organisiert. Dieser hatte gerade just for fun seinen Beruf gekündigt und reiste nun durch Mittel- und Südamerika. Diesmal konnte auch Benni sowohl das Essen als auch den Mangoshake genießen. Es war das erste Hostel mit Klimaanlage, sodass wir die Nacht angenehm schlafen konnten, da wir am nächsten Morgen recht früh nach Nicaragua aufbrechen wollten.

Sonntag, 7. September 2014

Nochmal eine kurze Entschuldigung, dass es mit dem Einstellen so lange dauert. Keine Angst es geht uns gut, wir wurden auch von keinem Hai gefressen oder wegen Ärgerung öffentlicher Erregung (wie war das nochmal Naddi?^^) eingesperrt, ich bin lediglich abends bisher meist auf der Tastatur eingeschlafen und es war mir zu blöd einfach 20 Seiten mit „Nnnnnnnn“ einzustellen!

Tag 7 – der frühe Vogel... sieht auch nicht mehr.. oder doch?





Das ist übrigens unsere Treppe, die zu unserem Zimmer mit Bad und Bar und der tollen Aussicht geführt hat, allerdings erinnerte sie von der Breite her eher an eine Feuerleiter! ^^

Heute hieß es wieder früh aufstehen, da wir im Monteverde Nationalpark wandern wollten, gut vielleicht weniger wandern und mehr Tiere gucken. Wir schafften es sogar noch das Frühstück abzufassen, welches erst ab 7 Uhr zur Verfügung stand. 7.15 fuhren Steffi und Domi vor, um uns abzuholen! Danach zuckelten wir hinter dem Guide her (der vorgefahren war) und damit auch den gesamten Weg ab, den wir gestern zu Fuß langgestiefelt waren. Am Parkplatz angekommen, packte der Guide (der sich als Christian vorstellte und es lustig fand Benni „Benito“ zu nennen, da die Mittelamerikaner wohl überall ein „ito“ ranhängen ebenso wie die Australier alles abkürzen und eben aus Breakfast „Breaky“ machten) erst einmal ein super teures Spektiv aus, gut, der wird schon wissen warum. 
 
Der Grund war ein Quetzal, der direkt neben dem Parkplatz auf einem Ast inmitten der Bäume hockte. Christan nahm unsere Kameras und machte ganz geschickt Fotos durchs Spektiv, das tat er auch bei einer Echse, die in der Nähe auf einem Baum hockte. Gut Quetzal (der lustigerweise das Wappen- und Münzentier Nicaraguas ist, dort aber so gut wie gar nicht vorkommt ^^) - check! Echse- check! 
 
Nächste Station waren die Kolibris. Christian nahm eine der Futterampeln ab und stellte sie mir auf die flache Hand. Es dauerte ein bisschen und dann kamen verschiedene Arten an und setzten sich auf meine Finger und zutschten den Nektar aus der Blütenimitation. Benni versuchte es danach. Dort in der Nähe fing Christian auch eine fliegende Stabschrecke, die sogar nach Limone roch.

Bisher waren wir noch nicht in den Park gegangen, als es dann aber doch um den Eintritt ging, waren wir erstaunt, dass man als Student genau denselben Preis bezahlte wie ein Kind. Mit einer Karte und einer Empfehlung für eine weitere Tour ließ uns der Parkwächter rein. Im Park war es schattig und kühl und wir sahen dank Christian Tiere und Vögel, die wir sonst nicht gesehen hätten. 
Neeeein Benni nicht da reinfassen!
Eine Kolibrimama auf dem Nest, eine junge Tarantel in einem Baumstumpf, ein Aguti, eine große Stabschrecke und am Ende einen zweifachen Wasserfall. Christian erzählte, dass er die Gegend deshalb so gut kenne, weil er als Kind hier öfter war und sogar in den Wasserfall gesprungen sei. Heute sei das verboten, da der Umweltschutz in Costa Rica mittlerweile groß geschrieben wird. 
 
Am Ende, als wir wieder am Parkausgang angekommen waren, sahen wir noch ein Quetzalweibchen und von der Terasse des Restaurants aus noch ein besonders hübsches Männchen, welches durch die Grünfärbung im Wald kaum zu sehen war. 
Wir entschieden uns für eine weitere Tour zu einer Aussichtsplattform (auf dem Weg sahen wir noch ein paar Nasenbären), die eine sehr interessante klimatische Zweigeteiltheit aufwies. Auf der einen Seite (ich war in langer Khakihose und schwarzem T-Shirt) konnte man es kaum aushalten vor Hitze und auf der anderen Seite (getrennt durch einen Busch) war es windig und angenehm, aber der Ausblick war auf beiden Seiten toll. 
Auf dem Rückweg suchten wir nach der roten Brücke (die auf der Karte verzeichnet war) und stolperten zunächst über eine Holzbrücke, die aus ca. 10 Brettern bestand und mich stark enttäuschte, das kann doch nicht alles gewesen sein. War es auch nicht. Die rote Hängebrücke, die wackelte, ein bisschen an die Golden Gate Bridge in San Francisco erinnerte und nur von 10 Personen zur selben Zeit betreten werden durfte. Auch wieder nichts für Leute mit Höhenangst. Auf der Rücktour versuchten wir auch ab und zu in die Bäume zu gucken, aber da der Weg aus Platten mit Löchern bestand, musste wir auch viel auf unsere Füße achten, wodurch uns das ein oder andere Faultier wohl durch die Lappen gegangen ist. Obwohl, wenn man ehrlich ist, sah jeder Mooshaufen in den Bäumen aus wie ein Faultier. Steffi und Domi nahmen uns auch wieder mit zurück, wofür wir ihnen sehr dankbar waren. Im Hostel verabschiedeten wir uns, es war eine echt lustige Zeit und es war schön die beiden kennengelernt zu haben. Wir warteten noch kurz im Hostel und dann kam ein kleiner Bus und holte uns für die Jeep – Boat – Jepp – Tour nach La Fortuna ab. Der Bus war irgendwann sehr voll und es stiegen auch wieder zwei deutsche Mädels ein. 

Die Fahrt an sich war nix für einen empfindlichen Magen, da der Fahrer die ungeteerten Straßen (die der ADAC sicher mit der Auszeichnung „für abenteuerlustige Fahrer mit guten Stoßdämpfern“ versehen hätte-letztere hatten wir übrigens kaum bis gar nicht) und die Kurven in einem Affentempo versuchte hinter sich zu legen, wurde einem irgendwann wirklich übel (ich versuchte auf der Fahrt auch noch auf meinem Laptop zu schreiben). Zum Glück kamen wir irgendwann an dem Fluß an, den es zu überqueren galt. Die Kanadierinnen aus unserem Bus wollten aus Versehen auf das falsche Boot (jeder Bus bekam irgendwie sein eigenes) steigen und standen so allerdings als erste da, um aufs
andere einen Fuß zu setzen. An dieser Stelle waren große Hartschalenkoffer eher unpraktisch, was die chinesische Familie, die vor uns ausstieg auch bald mitbekam. Das Boot hatte leichten Linksdrift, da sowohl das Gepäck als auch ein Großteil der Reisenden sich auf der linken Seite befand – clever! Die Fahrt ging langsam durch einen Flußlauf (man erwartete jeden Moment Krokodile zu sehen) und wurde dann schneller als wir auf den breiteren See fuhren (Laguna de Arenal). Dort lag direkt vor uns der Vulkan Arenal, das sah spitze aus.

Ein kleines Mädchen vor uns hatte sich von ihren weißen weiblichen Begleiterinnen das Fernglas geben lassen und guckte nun falsch herum durchs Glas. Da sie kaum was sah beugte sie sich über das Wasser und jeder sah jeden Augenblick das Fernglas da reinfallen bzw. hörte das dazugehörige „Blubb, blubb, blubb“!
 
Am anderen Lagunenende angekommen half Benni beim Ausladen der Koffer und wir wurden vom Busfahrer alle einzeln gefragt wo wir denn wohnen würden.. nach der Reihenfolge packte er die Koffer ein. 
Da er meinte unser Hostel wäre geschlossen (kein Wunder, dass wir keine Rückbestätigung erhalten hatten), würde er uns zu einem fahren was so ähnlich hieß. Nagut... die anderen Deutschen wollten bei einem einfach aussteigen! Zwischendurch luden wir ein paar Leute bei sehr teuren Hotels ab (allesamt ab vom Schuss, was bedeutete dass man gezwungen war Touren zu buchen und im Hotel zu essen), wobei ein nuschelndes schottisches Pärchen in den Flitterwochen war. Da wir keine Reservierung mehr hatten, stiegen wir spontan mit den anderen deutschen Mädels aus und staunten über die Preise im Arenal Backpackers.. 15$ p.P. Im 8er Zimmer!!! Aber dafür hatten sie ja Klimaanlagen, ein Restaurant (es gab keine richtige Küche, worüber sich Benni ein wenig muckierte) und einen Poooooool! Nagut egal, erst einmal Sachen abstellen, nachdem der Typ an der Rezeption so unfreundlich gewesen war. Danach wollten wir noch kurz in die Stadt laufen, um nach einem Supermarkt zu suchen. Gerade als wir an der Rezeption standen, sprach uns ein Amerikaner namens Chris an, ob wir nicht mitwollten zu den Hot Springs. Sie seien zu viert und hätten sich ein Taxi bestellt, die anderen waren ebenfalls aus Amerika und aus Deutschland. Wir entschieden uns sehr schnell um, zogen uns um und rannten zum Taxi. Benni hatte ein wenig Kopfweh und auch die Amerikanerin klagte über Kopfschmerzen. Vielleicht waren da heiße Quellen genau richtig. Der Taxifahrer zeigte uns den Weg, obwohl ich erst dachte der gute Herr wolle uns hinters Licht oder genauer gesagt in die Kanalisation führen, da es unter eine Brücke ging. Bei genauerem Hinsehen gab es allerdings nach der Brücke einen kleinen Wasserfall und überall am Rand standen Kerzen und es dampfte. 
Gut, wenn wir schon mal hier waren, warum nicht. Das Wasser war echt schön warm, nur musste man vorsichtig den Wasserfall runterrutschen. Im Wasser begannen wir uns mit den Leuten um uns herum zu unterhalten, die wir schon so spontan kennengelernt hatten. Die Amerikanerin stammte aus Colorado und wollte demnächst in San José studieren. 
Die eine Deutsche war Grundschullehrerin und kam aus Bayern, währen die andere (die Gruppe hatte sich bei einem Spanischkurs kennengelernt) in Berlin lebte und dort Psychologie studiert hatte, das dürfte ein lustiger Abend werden, allen voran Chris, der sich beschwerte, dass wir Deutschen „everywhere“ seien. Da hatte er ja auch nicht ganz Unrecht. Wenn man zu 82 zig millionst auf einer Fläche lebt, die ein fünfzehntel so groß ist wie Australien (zum Vergleich die Australier haben ein Viertel unserer Einwohnerzahl) wird man doch ab und zu mal fliehen dürfen, oder? ;) Später kamen allerdings organisierte Sauftruppe, die allerdings zu blöd waren ihre Becher zu befüllen und den Cachacha immer wieder umkippten, Prost! ^^
Wir entschieden uns dazu zu duschen und da es recht früh war noch essen zu gehen. Benni ging es an dem Abend gar nicht gut, nicht nur, dass er ein kleines Schläfchen vor dem Abendessen hielt (dass er ab und zu mal einschläft ist ja nichts ungewöhnliches ^^), sondern die einfache Tatsache, dass er das bestellte Essen kaum anrührte, obwohl er eigentlich Appetit hatte und fast wieder am Tisch einschlief ist nicht so üblich. Die Ursache war aber eigentlich nur Schlafmangel, denn am nächsten Morgen ging es ihm zum Glück wieder viel besser.